Eine göttliche Taschenlampe

Dein Wort ist eine Leuchte meinem Fuss und ein Licht auf meinem Pfad.
Ps 119,105

Liebe Gemeinde

Als ich noch ein Knabe war, fand ich Taschenlampen grossartig. Ich besass unterschiedliche Modelle. Viele waren einfach und günstig gebaut. Bei der Migros bekam man sie schon für wenige Franken. Ihr Gehäuse aus Plastik gab es gar in unterschiedlichen Farben. Ein anderes Modell kannte ich von meinem Kinderarzt. Es bestand nur aus einer grossen Klotzbatterie und einer Miniatur Glühbirne, die man direkt in die Batterie stecken konnte. Keine Frage, auch dieses Modell musste ich mein Eigen nennen. Auch ein sehr altes Modell besass ich. Zumindest schien es mir alt zu sein. Denn es war nicht aus Plastik. Das Gehäuse dieser Lampe bestand aus Metall und war grün emailliert. Vor die Lampe konnte man eine grüne und eine rote Glasscheibe schieben und so nicht nur weisses, sondern eben auch grünes oder rotes Licht erzeugen.

Mein grösster Stolz aber war eine kleine Stablampe. Wenn ich mich recht entsinne, bekam ich sie kurz vor dem ersten Klassenlager geschenkt. «Damit du nachts auch den Weg zur Toilette findest», sagte meine Mutter. «Nicht, dass du noch über deine Kameraden im Massenschlag strauchelst!» meinte sie.

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Ewigkeitssonntag

Der Mensch, geboren von der Frau, ist kurzlebig und voller Unruhe.
Er geht auf wie eine Blume und verwelkt, er flieht wie ein Schatten und hat keinen Bestand.
Und über ihm hältst du dein Auge offen, und ihn ziehst du vor dein Gericht.
Könnte ein Reiner vom Unreinen kommen? Nicht einer!
Wenn seine Tage feststehen, die Zahl seiner Monde bei dir, wenn du seine Grenzen gesetzt hast, die er nicht überschreiten kann, dann blicke weg von ihm, dass er Ruhe findet, dass er sich seines Tages freuen kann wie ein Tagelöhner.
Hiob 14,1-6

Liebe Gemeinde

Viele unter uns mussten in diesem Jahr Abschied nehmen. Einige gar mehr als einmal. Der Tod ist zu uns gekommen. Er ist uns begegnet. Er ist weitergezogen. Bei einigen ist es erst ein paar Wochen her. Bei anderen schon fast ein Jahr.

Wir sind zurückgeblieben. Der Tod nahm einen vertrauten Menschen aus unserem Leben mit sich. Wir spüren und erkennen: Uns fehlt Jemand. Hier ist eine Lücke. Hier ist Leere, die sich nicht bald schliesst. Von der wir vielleicht nicht wollen, dass sie sich je wieder schliesst. Denn wo eine Lücke bleibt, da bleibt der verstorbene Mensch in Erinnerung. Die Lücke im Leben ist wie ein Abdruck. Im Abbild ist das Vorbild gegenwärtig, auch wenn es nicht mehr da ist.

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Komm runter!

Jesus ruft: «Los, komm herunter, denn heute muss ich in deinem Haus einkehren.»
Lk 19,5

Liebe Gemeinde

Jesus kommt nach Jericho. Es ist die letzte Stadt, bevor der Weg nach Jerusalem steil zu steigen beginnt. Hier muss durch, wer in die Stadt Davids will. So erstaunt es nicht, dass Jesus schon von einer grossen Menschenmenge erwartet wird. Sie haben Gerüchte, Wunder- und Heilungsgeschichten, Anekdoten und Weisheitsworte gehört. Ein jeder hat sein Bild, seine Idee, seine Gedanken und seine Fantasien über diesen Mann, der kommen soll, mitgebracht. Ein Arzt! Ein Zauberer! Ein weiser Mann! Ein Philosoph! Ein Kämpfer für soziale Gerechtigkeit! Ein Revoluzzer! Ein Prophet! Ein Gotteslästerer! Der wiedergekommene Johannes der Täufer! Elija gar! – würden sie möglicherweise antworten, würden sie gefragt, wen sie erwarten.

So oder so. Der Mann aus Galiläa macht neugierig. Allein, dass er durch ihre Stadt zieht, treibt die Menschen auf die Strassen und die Gassen. Ein jeder will ihn sehen. Vielleicht sogar ein Wort mit ihm wechseln, mag sich der eine oder andere im Stillen hoffen. Von solch einem Erlebnis könnte man noch den Enkeln erzählen!

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Ungleiche Söhne

Denn dieser mein Sohn war tot und ist wieder lebendig geworden, er war verloren und ist gefunden worden. Und sie fingen an zu feiern.
Lk 15,24

Liebe Schülerinnen und Schüler
Liebe Eltern
Liebe Gemeinde

Die Geschichte des verlorenen Sohns gehört zu den bekanntesten Geschichten des neuen Testaments. Seit Jahrhunderten wird sie in der Kirche erzählt. Häufig mit dem moralischen Finger drohend: «Mach es nicht, wie dieser undankbare Sohn. Sei der treue Sohn, der den Vater nicht verlässt. Bleib bei Gott!»

Im Grund ist gegen dieses Verständnis nicht viel zu sagen. Einzig dies: Als Jesus diese Geschichte erzählte, da erzählte er sie nicht den verlorenen Söhnen und Töchtern. Er erzählte sie viel mehr jenen, die sich selbst für die treuen Kinder Gottes hielten. Seine Zuhörerinnen und Zuhörer gaben sich alle Mühe Gott treu zu sein. Jesus richtete sich an Schriftgelehrte und Pharisäer!

Ich bin der Meinung, es sei gut diese Geschichte neu zu lesen. Anders als wir es seit Jahrhunderten gewohnt sind. Gewissermassen gegen den glättenden Strich der Tradition.

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Ein Engel für dich

Gott hat seinen Engeln befohlen, dass sie dich behüten auf allen deinen Wegen, dass sie dich auf Händen tragen.
Psalm 91,11f.

Liebe Gemeinde
Liebe Tauffamilie
Liebe Liara

Ein Engel soll dir zur Seite stehen, so wünscht es dein Taufspruch. Ein Schutzengel, der mit dir auf dem Weg des Lebens geht. Er soll dich begleiten. Er soll dich an die Hand nehmen, wenn der Weg steinig wird. Er soll dich auf seinen Flügeln tragen und dir den guten Weg weisen.

Viele Menschen tröstet die Vorstellung eines persönlichen Schutzengels. Vielleicht stellen sie ihn sich als hellstrahlende Gestalt mit Flügeln vor. Vielleicht aber auch als weise Frau, die den rechten Weg weist. Andere glauben, ihr Schutzengel habe die Gestalt eines Tiers. Er sei ein Adler oder ein Wolf. Niemand weiss es genau. Vielleicht können Engel ganz unterschiedliche Gestalten annehmen?

Die Bibel lässt es offen. Das Aussehen der Engel wird nur selten beschrieben. Mal sind es Männer, dann wiederum Wesen mit drei Flügelpaaren oder blosse Traumbilder. Der Bibel ist etwas anderes wichtig. Ein Engel erkennt man nicht an seinem Äusseren, sondern an seiner Aufgabe. Ein Engel ist ein Bote Gottes. Er bringt Botschaften. Mal einen Auftrag, mal eine gute Nachricht, mal stärkt er die Hoffnung oder weist den guten Weg!

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