Wunder mit Ausrufe- und Fragezeichen

Stell dir vor, dir würde die Möglichkeit angeboten, eine biblische Geschichte zu bereisen. Du dürftest also dabei sein, wenn Mose das Volk aus Ägypten befreit. Du könntest Augenzeuge des Kampfes zwischen David und Goliath werden. Du könntest bei der Bergpredigt dabei sein oder mit Paulus übers Meer fahren.

Doch du könntest nicht alles machen. Du müsstest dich für eine Geschichte entscheiden. Was würdest du wählen? Was würde deine Entscheidung leiten?

Ich gestehe: Mir würde die Wahl nicht leichtfallen. Da gäbe es so viel Spannendes! Einiges wäre wie eine Zeitreise – anderes wie das Betreten einer ganz anderen Welt: einer Welt von Sagen, Mythen und Märchen. Beides hätte seinen Reiz. Denn beides ist auf seine Art «wirklich».

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Die Zumutung der Endlichkeit

Nur einer ist in den Himmel hinaufgestiegen.
Es ist der, der auch vom Himmel herabgekommen ist:
der Menschensohn.
Es ist wie damals bei Mose,
als er in der Wüste
den Pfahl mit der Schlange aufgerichtet hat.
So muss auch der Menschensohn erhöht werden,
damit jeder, der an ihn glaubt,
das ewige Leben hat.
Denn so sehr hat Gott die Welt geliebt,
dass er seinen einzigen Sohn für sie hingab.
Jeder, der an ihn glaubt, soll nicht verloren gehen,
sondern das ewige Leben haben.
Gott hat den Sohn nicht in die Welt gesandt,
damit er sie verurteilt.
Vielmehr soll er die Welt retten.
Johannes 3,13-17

Liebe Mitchristinnen und Mitchristen

Wie geht es Ihnen heute?
Wie geht es dir, wenn wir heute miteinander an jene Menschen denken, die im vergangenen Jahr gestorben sind?

Ich muss zugeben, meine Gefühle sind gemischt. Ich bin traurig, weil diese Menschen nicht mehr da sind. Weil wir nicht mehr miteinander plaudern, lachen, nachdenken und uns erinnern können. Ich bin dankbar für das, was gewesen ist. Ich schaue auf das Sterben und mache mir so meine Gedanken dazu:
Soll ich mich davor fürchten?
Darf ich getrost sterben?
Fällt es mir am Ende doch schwer, loszulassen?
Muss ich überhaupt loslassen – oder darf ich mich auf Gott verlassen?

Diese Fragen wühlen mich auf.
Gerade wenn ich im Gedenken an die Verstorbenen die Kerzen brennen sehe.
Einmal wird auch mein Name verlesen.
Einmal wird auch für mich eine Kerze brennen.
In meiner Unruhe suche ich nach Trost und Halt.

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Der Garten – mein Lehrer

Und Jesus sprach:
„Mit dem Reich Gottes ist es so, wie wenn ein Mensch Samen aufs Land wirft und schläft und steht auf, Nacht und Tag; und der Same geht auf und wächst – er weiß nicht wie.“
Mk 4,26f.

Liebe Festgemeinde

Zu einem rechten Pfarrhaus gehört ein Garten – der Pfarrhausgarten.
Früher war er ein wesentlicher Teil der Ernährung der Pfarrfamilien, gerade auf dem Land. Denn es gab noch keine Migros oder Coop, keinen Volg oder Tante-Emma-Laden – ganz zu schweigen von Lidl, Aldi und wie sie alle heissen. Gemüse und Salat kamen aus dem eigenen Garten.

Heute ist das anders. Und doch: Der Pfarrhausgarten gehört vielerorts einfach dazu – auch in Frick.

Und weil der Garten da ist, gärtnert der Pfarrer.
Er versucht es wenigstens – wie in meinem Fall.

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In aller Munde – unser täglich Brot

Unser tägliches Brot gib uns heute.
Mt 6,11

Von Gott geliebte Menschen

Es ist ein einfaches Gebet, das Jesus seinen Schülerinnen und Schülern lehrt. Obwohl es kurz ist, spricht es doch die ganze Breite des Lebens an. Kein Wunder, dass es bis heute gebetet wird. Kein Wunder, dass es zu unseren Gottesdiensten gehört.

Die Bitte nach dem täglichen Brot ist die erste Bitte darin. Sie kommt uns selbstverständlich über die Lippen – auch mir.

Doch höre ich noch, worum ich da bitte?

Das tägliche Brot – ja, es steht wie selbstverständlich auf dem Tisch. Am Morgen schmiert man Butter darauf, gefolgt von Confi oder Honig. Man belegt es mit Käse oder Fleisch. Man reicht es zum Salat oder zur Suppe. Man haut sich eine Scheibe ab, wenn einem ein kleines Hüngerlein plagt. Brot ist selbstverständlich.

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Was soll ich tun?

Es kamen aber auch Zöllner, um sich taufen zu lassen, und sagten zu ihm: Meister, was sollen wir tun?
Lk 3,12

Liebe Gemeinde

„Was sollen wir tun?“ Eine einfache Frage. Doch auch eine Frage, die viel über den verrät, der sie stellt. Wer danach fragt, was er tun soll, steckt in einer schwierigen Situation. Ein Ausweg aus der Situation ist nicht offenkundig da. Ja, es mag sein, dass es viele schlechte Optionen gibt. Gar mancher Weg führt nur noch tiefer in die Verwirrung.

Wer fragt: „Was soll ich tun?“ wird sich bewusst, dass er in einer Sackgasse steckt. Die Gedanken fangen an, sich zu drehen. Man geht im Kreis. Man hofft, dass eine Lösung von aussen kommt. Man erwartet einen Rettungsring oder eine Hand, die einen aus der Not befreit.

Seelennot – so könnte man kurz und knapp diesen Zustand umschreiben. Es ist diese Seelennot, die die Zöllner zu Johannes dem Täufer führt. Sie spüren, wir sind von Gott getrennt. Wir sind auf dem falschen Weg. Sie glauben, dass sie so, wie sie sind, nicht vor Gott kommen können. Sie können nicht beten. Sie meinen, Gott würde ihnen nicht „zuhören“. Denn als Zöllner machen sie, was falsch ist vor Gott. Sie gehen auf Irrwegen. Sie fühlen sich getrennt von Gott.

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