Ungleiche Söhne

Denn dieser mein Sohn war tot und ist wieder lebendig geworden, er war verloren und ist gefunden worden. Und sie fingen an zu feiern.
Lk 15,24

Liebe Schülerinnen und Schüler
Liebe Eltern
Liebe Gemeinde

Die Geschichte des verlorenen Sohns gehört zu den bekanntesten Geschichten des neuen Testaments. Seit Jahrhunderten wird sie in der Kirche erzählt. Häufig mit dem moralischen Finger drohend: «Mach es nicht, wie dieser undankbare Sohn. Sei der treue Sohn, der den Vater nicht verlässt. Bleib bei Gott!»

Im Grund ist gegen dieses Verständnis nicht viel zu sagen. Einzig dies: Als Jesus diese Geschichte erzählte, da erzählte er sie nicht den verlorenen Söhnen und Töchtern. Er erzählte sie viel mehr jenen, die sich selbst für die treuen Kinder Gottes hielten. Seine Zuhörerinnen und Zuhörer gaben sich alle Mühe Gott treu zu sein. Jesus richtete sich an Schriftgelehrte und Pharisäer!

Ich bin der Meinung, es sei gut diese Geschichte neu zu lesen. Anders als wir es seit Jahrhunderten gewohnt sind. Gewissermassen gegen den glättenden Strich der Tradition.

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Ein Engel für dich

Gott hat seinen Engeln befohlen, dass sie dich behüten auf allen deinen Wegen, dass sie dich auf Händen tragen.
Psalm 91,11f.

Liebe Gemeinde
Liebe Tauffamilie
Liebe Liara

Ein Engel soll dir zur Seite stehen, so wünscht es dein Taufspruch. Ein Schutzengel, der mit dir auf dem Weg des Lebens geht. Er soll dich begleiten. Er soll dich an die Hand nehmen, wenn der Weg steinig wird. Er soll dich auf seinen Flügeln tragen und dir den guten Weg weisen.

Viele Menschen tröstet die Vorstellung eines persönlichen Schutzengels. Vielleicht stellen sie ihn sich als hellstrahlende Gestalt mit Flügeln vor. Vielleicht aber auch als weise Frau, die den rechten Weg weist. Andere glauben, ihr Schutzengel habe die Gestalt eines Tiers. Er sei ein Adler oder ein Wolf. Niemand weiss es genau. Vielleicht können Engel ganz unterschiedliche Gestalten annehmen?

Die Bibel lässt es offen. Das Aussehen der Engel wird nur selten beschrieben. Mal sind es Männer, dann wiederum Wesen mit drei Flügelpaaren oder blosse Traumbilder. Der Bibel ist etwas anderes wichtig. Ein Engel erkennt man nicht an seinem Äusseren, sondern an seiner Aufgabe. Ein Engel ist ein Bote Gottes. Er bringt Botschaften. Mal einen Auftrag, mal eine gute Nachricht, mal stärkt er die Hoffnung oder weist den guten Weg!

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Erntedankgottesdienst

Der Chor Schenkenbergertal singt zum Erntedankfest

Und du sollst nicht denken: Meine Kraft und die Stärke meiner Hand haben mir diesen Reichtum erworben.
Denke vielmehr an den HERRN, deinen Gott, denn er ist es, der dir Kraft gibt, Reichtum zu erwerben, weil er den Bund hält, den er deinen Vorfahren geschworen hat, wie es heute der Fall ist.
Dtn 8,17f.

Liebe Gemeinde

Wenn man in diesen Tagen durch unser Tal wandert, so sieht man immer wieder grosse Maschinen, die über die Felder fahren und ernten, was im Frühling gesät und im Sommer gereift ist. Auf manchem Feld stehen nur noch Stoppeln. Stumme Zeugen des ewigen Kreislaufes aus Säen und Ernten. Andere Frucht ist noch nicht ganz ausgereift.

Auch in den Baumgärten ist die Arbeit mitten im Tun. Geschickte Hände sortieren das Tafel- und das Mostobst. Einiges wird vergoren und zu einem hochprozentigen Edelbrand werden. Die Essenz vom ganzen Sommer wird jeder einzelne Tropfen enthalten. So manches Dessert wird mit ihm aromatisiert werden. Er wird pur oder in Mischung mit anderem genossen. Wo es mit Verstand geschieht, ist nichts dagegen einzuwenden.

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A wie Abendmahl

An den hohen Feiertagen Ostern, Pfingsten, Weihnachten und Karfreitag, sowie zu bestimmten Gelegenheiten unter dem Jahr feiern wir Abendmahl. Eine dieser Gelegenheiten ist die Abendmahlsfeier mit den Schülerinnen und Schülern der 5. Klasse des kirchlichen Unterrichts. Diesen besonderen Gottesdienst feiern wir in diesem Jahr am 27. Oktober. In der Vorbereitung erklären wir den Kindern, was es mit dem Abendmahl auf sich hat.

So erfahren sie, dass man beim Erhalt des Brotes und des Kelches auf die Worte «Der Leib Christi» oder «Der Kelch des Heils» mit «Amen!» antworten soll. Denn Amen heisst: «Ja, so ist es! Ich empfange Gottes Gabe.»

Brot und Wein sind Gottes Gaben. Sie verweisen als Zeichen auf den Leib und das Blut Jesu und dies bedeutet:

  1. Im Abendmahl handelt Gott an uns. Er erinnert uns an sein Ja zu uns. Am Kreuz überwindet der Sohn die Sünde, die uns vom Vater trennt. In seiner Auferstehung wird der neue Bund des Lebens besiegelt. In der Feier des Abendmahls werden wir aktualisierend erinnert. Das Heil gilt. Es gilt dir!
  2. Darin wird Gemeinschaft gestiftet. Zuerst zwischen Gott und Mensch, dann aber auch von Mensch zu Mensch. Weil wir gemeinsam feiern, werden wir zur Gemeinschaft seiner Barmherzigkeit.
  3. Es ist ein ganzheitliches Geschehen. Wie Brot und Wein den Körper stärken, so stärkt Gottes Wort unsere Seele. Gott rettet nicht nur die Seele. Er rettet den ganzen Menschen als Seele-Geist-Körper-Wesen.
  4. Das Abendmahl ruft zum Handeln auf. Wie Christus mit uns das Brot teilt, so sollen auch wir unser Brot mit den Bedürftigen teilen. Wie Christus uns am Kelch des Lebens Anteil gibt, so sollen wir auch unseren Mitmenschen Anteil am Leben geben.

Im Abendmahl wird Gottes Liebe zu uns und unserer Welt sichtbar.

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Kollekte für Jerusalem

[D]iese … Liebesgabe …, die von uns gegeben wird zur Ehre des Herrn und zur Stärkung unserer eigenen Zuversicht.
2. Kor 8,19

Liebe Gemeinde

Meine Eltern haben mir vor langer Zeit ein Fotoalbum angelegt, mit Bildern meiner Kindheit. Vor einigen Tagen nahm ich es zur Hand und blätterte darin. Dabei fiel mir ein Dankesschreiben in die Hände. Es war sorgfältig gefaltet und zwischen zwei Seiten des Albums gelegt. Ich öffnete es und las den Brief. Eine Hilfsorganisation dankte mir für meine Gabe von fünf Franken zu Gunsten der Opfer eines Erdbebens. Man versprach mir, dass mit meiner Spende vielen Kindern geholfen werden könne. Das Schreiben schloss mit einem Wort des Dankes für mein grosses Herz, das ich mit dieser Spende gezeigt habe. Ich musste schmunzeln, als ich dies las. Mit dem lächeln auf meinen Lippen stiegen Erinnerungen an meine Kindheit in mir auf.

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