Fussballfieber

Kaum ein Weg führt in diesen Tagen an der Fussballeuropameisterschaft vorbei. Im Tram, auf dem Pausenplatz, am Stammtisch und im Fernsehen wird diskutiert und analysiert. Jedes Spiel, jeder Spieler und jeder Spielzug wird auseinandergenommen. Kein Fehler, ob auf oder neben dem Rasen, bleibt verborgen.
Der Fussball zeigt sich von seiner schönsten und grausamsten Seite. Er trennt die Spreu vom Weizen, die Schlacke vom Metall und Verlierer von Gewinnern. Der Sieger nimmt sich alles. Ruhm und Ehre; Lob und Bewunderung durch Experten und Fans; die Erfolgsprämie des eigenen Verbandes…
Die siegreiche Mannschaft lässt sich im Stadion feiern. Die Verlierer gehen mit gesenktem Haupt vom Platz. Sie verbergen sich in den Katakomben der Arena. Es gibt keinen Platz für sie im Flutlicht. Nur Spott und Schmach.
Sie haben verloren und versagt. Der Gegner hat sie geschlagen! War es der Gegner? Beim Fussball, wie im Leben, gibt es so manche Unwägbarkeiten. Die Stollen greifen nicht recht im Rasen, der Ball springt unglücklich ab oder der warnende Zuruf eines Mitspielers verhallt ungehört. Glück und Pech gehören mit zum Sport.
Wie gut tut es, wenn auf die Spieler in der Kabine kein zorniger Trainer wartet, der sein vernichtendes Urteil über die Verlierer spricht. Wie heilsam ist es für ihr Selbstvertrauen, wenn sie mit Wohlwollen empfangen werden. Der gute Trainer weiss um Glück und Pech. Er steht seinen Spielern auch in der Niederlage bei. Er weist seiner Mannschaft neue Wege. Er geht mit ihr ins nächste Spiel.

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