Ein täglicher Gedanke in Zeiten des Virus – Tag 16

Lasst uns festhalten am unverrückbaren Bekenntnis der Hoffnung, denn treu ist, der die Verheissung gab. Und lasst uns darauf bedacht sein, dass wir einander anspornen zur Liebe und zu guten Taten.
Heb 10,23f.

Wir sollen hoffen. Gerade auch in dieser Zeit, die uns mit mancher Sorge das Hoffen so schwer macht. Unsere Hoffnung soll Bekenntnis sein. Hoffen im christlichen Sinn heisst nicht: «Es wird schon gut kommen!» Es ist kein billiges Vertrösten auf später. Hoffen heisst darum auch nicht: «Wirst schon sehen, im Nachhinein kommt uns das alles gar nicht so schlimm vor.» Christliches Hoffen ist kein darüber hinweg trösten. Sie sagt nicht: «Es kommen auch wieder andere Zeiten!»

Christliche Hoffnung ist hoffen im Hier und Jetzt. Sie nimmt die bedrohliche Lage ernst. Das Corona-Virus ist nicht harmlos. COVID-19 hat viele Menschen ernsthaft krank gemacht und bereits mehrere hundert Menschenleben alleine in der Schweiz gefordert. Die Trends steigen weiter, wenn auch etwas gebremst. Mancher hat in diesen Tagen Kummer. Wir sorgen uns um uns selbst, aber wohl noch viel mehr um unsere Nächsten. Wir wissen nicht, was als nächstes geschieht. Wir wissen nicht, wie uns die Situation in einer Woche oder einem Monat betreffen wird.

Christliche Hoffnung nimmt dies ernst. Sie weiss um die Bedrohung, den Kummer und die Sorgen. Doch lässt sie sich davon nicht bestimmen. Ihre Hoffnung ist ein festes «Trotzdem!». Sie stellt sich unter die Zusage Gottes.

In dieser Zusage Gottes weist sie die Bedrohung in ihre Schranken. Die Krankheit bedroht das weltliche Leben. Doch die christliche Hoffnung vertraut darauf, dass das weltliche Leben Teil des ewigen Lebens ist, das im Vertrauen auf Christus schon jetzt begonnen hat. Sie lässt sich vom Kummer nicht überwinden. Viel mehr kümmert sie sich um die Welt. Gerade auch dann, wenn alles hoffnungslos erscheint. Sie lässt der Sorge nicht das letzte Wort, sondern baut auf das Wort Gottes. Es ist Anfang und Ende allen Seins. Es vertraut auf Ostern und darauf das Karfreitag nicht das Ende, sondern der Neubeginn ist. Sie vertraut auf Jesus Christus.

Christliche Hoffnung ist nicht frei von Zweifel und Angst. Ja gerade als Christinnen und Christen dürfen wir an der Welt auch fast verzweifeln. Denn christliche Hoffnung ist nicht unsere Hoffnung, sondern es ist die Hoffnung Gottes. Sie baut nicht auf unser «Trotzdem!», sondern auf Gottes «Trotzdem!» zu unserer zweifelhaften Welt. Sie ist stark, gerade auch wenn wir schwach sind.

Weil sie nicht unsere Hoffnung, sondern seine Hoffnung ist, macht sie uns frei. Sie befreit uns zur Liebe und der guten Tat an unserem Nächsten. Sie befreit uns von der Macht der Bedrohung, des Kummers und der Sorgen.

So wird christliche Hoffnung zum Bekenntnis. Sie bekennt sich zur eigenen Ohnmacht. Sie bekennt sich zu den eigenen Grenzen. Sie bekennt aber auch, dass ein anderer dies alles überwunden hat. Sie bekennt sich zu Gott und vertraut auf Jesus Christus. Im Vertrauen auf ihn sind wir hineingenommen in diese Hoffnung. Sie ist nicht die unsrige, aber in Christus haben wir Anteil an ihr.

Gebet

Gott der Hoffnung
Du kennst mich.
Du weisst um meine Sorgen und meine Zweifel.
Meine Schwäche und meine Erschöpfung sind dir nicht verborgen.
Ich suche neue Kraft und Hoffnung in dir.
Lasse mich wachsen im Vertrauen auf dein Wort.
Schenke mir deine Hoffnung, wenn ich verzweifle.
Stärke mich durch deine Verheissung.
Lass mich ganz auf dich bauen.
Amen

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