Ein täglicher Gedanke in Zeiten des Virus – Tag 18

Der HERR aber, er zieht vor dir her, er wird mit dir sein und dich nicht vergessen und nicht verlassen; fürchte dich nicht und hab keine Angst.
Dtn 31,8

Der heutige Vers ist ein Testament. Mose, der ihn spricht, blickt auf das gelobte Land. Er weiss, er wird es nicht betreten. Er wird nicht erleben, wie das Volk Gottes den Jordan überschreitet. Er wird das Ziel nicht erreichen. Er wird es nur von Jenseits des Jordans sehen, aber er weiss, das Ziel ist erreicht. Seine Mission ist erfüllt.

In dieser doppelten Gewissheit des eigenen Todes und der Erfüllung all seiner Hoffnung spricht er zu Aaron, seinem Nachfolger. Er gibt ihm die Weisheit eines ganzen Lebens mit auf den Weg. Es ist  eine einfache Erkenntnis. Sie lässt sich in einem Satz sagen. Aber diese Erkenntnis ist gewiss. Denn Mose prüfte sie ein Leben lang. Ja, sie ist seine Lebenserfahrung. Geläutert im Feuer mancher Herausforderung und im Kampf bewährt.

Mose gibt diese Erfahrung an Aaron weiter. Sie ist sein Testament.

Gott geht vor dir. Er bereitet dir den Weg vor. Es wird nicht immer ein leichter Weg sein. Aber du wirst ihn gehen können. Mag dir mancher Anstieg auch steil und lange erscheinen. Schritt für Schritt erhältst du die nötige Kraft. Nie zu viel. Nie im Voraus. Sondern stets im rechten Mass und zu seiner Zeit. Du sollst dir nicht zu viel auf dein Können und deine Kraft einbilden. Lass dir an Gottes Kraft genug sein.

Gott geht den Weg voran. Du darfst ihm vertrauen. Wie ein guter Hirt kennt er den Weg. Tritt in seine Fussstapfen. Geh auf seinem Pfad und du wirst nicht fallen. Er führt dich zum Ziel. Du brauchst ihm nur zu folgen. Tritt in die Nachfolge ein.

Gott geht mit. Er steht dir zur Seite. Mal still und leise. Mal spricht er zu dir. Ob du ihn ignorierst oder auf ihn hörst; er ist da! Du kannst ihn nicht wegschicken. Er bleibt stets in deiner Nähe. Er lässt dich selbst machen, wenn du willst. Er drängt sich nicht auf. Ja, mitunter geht er mit dir, als ob er nicht da wäre. Und doch. Er ist nie mehr als einen Schritt von dir entfernt. Er ist nahe, gerade wenn er fern erscheint.

Nie wird dich Gott vergessen oder verlassen. Wo auch immer dich dein Weg hinführt. Er geht mit dir, auch wenn du seine Wege verlässt. Sogar, wenn du auf die schiefe Bahn gerätst und dich mit den falschen Freunden umgibst. Jederzeit darfst du umkehren. Immer darfst du ihn um Vergebung bitten. Er nimmt dir die Last von den Schultern und führt dich zurück auf den guten Weg. Er ist der gute Weg.

Fürchte dich nicht vor Gott. Vertraue ihm. Seine Macht kann erschreckend sein. Er erscheint in einem brennenden Dornbusch. Er lässt zehn Plagen über Ägypten kommen. Er teilt das Meer. Er besiegt fremde Völker. Er lässt den Tag Nacht und die Nacht Tag sein. Er hat Macht über Leben und Tod. Doch steht er an deiner Seite. Er setzt seine Macht zu deinem Wohl ein.

Er bestraft dich nicht mit ihr. Er nimmt dich höchstens ernst. Wo du meinst, es selbst zu können, da nimmt er mitunter seine Macht von dir. Da nimmt er dich ernst in deinem Glauben aus menschlicher Kraft alles überwinden zu können. Dein Scheitern ist nicht seine Strafe. Es ist bloss dein Scheitern. Er lässt es nicht zum Äussersten kommen. Auch im Scheitern ist er dir nahe. Er rettet dich vor ewigem Tod.

So brauchst du keine Angst zu haben. Weder vor deinem eigenen Scheitern noch vor irgendwelcher Bedrohung, die von aussen kommt. In der Nachfolge darfst du gewiss sein, Gott lässt dir nichts Böses geschehen. Mit ihm stehst du Anfeindung, Gewalt und Krankheit durch. Vertraue ihm einfach.

Mose beklagt sich nicht. Er vertraut auf Gott. Er weiss, Gott erspart ihm die Erfahrung des Sterbens und des Todes nicht. Wenn er auch das gelobte Land nicht betreten kann, so liegt nun ein anderes Reich vor seinen Füssen. Bald wird er die Schwelle überschreiten. Bald wird er in das Reich Gottes eintreten. Er fürchtet sich nicht vor diesem letzten Weg. Er ist sich dessen gewiss, was er eben an Aaron weitergab: «Gott ist mit mir. Ich habe keine Angst!»

Gebet

Gott
Manchmal sehe ich den Weg nicht vor mir.
Wo führt er mich hin?
Wem werde ich begegnen?
Ist es ein guter Weg?
Führt er mich zu dir?
Ich sehe den Weg nicht.
Du gibst mir Kraft für den nächsten Schritt.
Du gibst mir Kraft für den Weg.
Du gibst mir Kraft dir zu vertrauen.
So komme ich zu dir.
Ich bringe vor dich, was mich in der Nachfolge hindert.
Ich bringe dir mein Scheitern.
Ich bringe dir meine Furcht und meine Angst.
Nimm dies alles von mir.
Stärke mich im Vertrauen auf dich.
Lasse mich wachsen im Glauben.
Amen

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