Ein täglicher Gedanke in Zeiten des Virus – Tag 29

Ihr seid das Licht der Welt.
Eine Stadt, die oben auf einem Berg liegt, kann nicht verborgen bleiben.
Mt 5,14

Wir sind Licht. So sagt es Jesus. Wir sind Licht geworden. Nicht aus eigener Kraft, sondern in seiner Kraft. Er, der das Licht der Welt ist, hat uns nicht nur aus der Finsternis geführt, sondern uns selbst zu Licht gemacht. Wir dürfen im Vertrauen auf ihn Licht in und für die Welt sein.

Wir sind Licht der Welt. Licht zu sein ist unser neues Wesen in Christus. Wir sind Licht geworden, weil wir mit ihm in der Finsternis von Karfreitag gestorben sind. Wir sind Licht geworden, weil wir am Ostertag mit ihm auferweckt worden sind. Wir sind Licht geworden, weil er unser Kreuz auf sich genommen hat und er unseren Tod gestorben ist. Er hat die Last von uns genommen Die Trennung von Gott, die mit Adam in die Welt gekommen ist, ist in ihm aufgehoben. Er hat die Mauer unserer Eigensucht durchbrochen, die uns von Gott trennte. In ihm steht uns der Himmel offen. Wir dürfen sein Kreuz nehmen. Es ist uns Banner des Lebens. Unter diesem Banner sind wir Licht.

Licht zu sein ist unser neues Wesen in ihm. Es ist sein Geschenk. Wir dürfen es sein. Ja, wir sind es, weil er es will. Wir sind Licht. Das ist sein Zuspruch. Es ist sein Geschenk an uns. In ihm sind wir unumkehrbar verwandelt.

Wir sind Licht. Wir dürfen es sein und wir sollen es sein. Mit dem Zuspruch ist ein Anspruch verbunden. Weil wir in ihm Licht sind, sollen wir Licht für die Welt sein. Wir sollen sein Licht widerspiegeln und das Feuer seiner Liebe weitergeben.

Das ist unsere Aufgabe. Doch was heisst es konkret? Wie sind wir Licht? Wie sieht unser Masterplan aus?

Es gibt keinen Masterplan! Es gibt nicht die eine richtige Art Licht der Welt zu sein. Es ist unserer Freiheit und unserer Verantwortung überlassen, wie wir Licht sind. Wir müssen uns immer wieder neu fragen: Was heisst es hier und heute Licht der Welt zu sein? Es gilt diese Frage in Treu und Glauben zu beantworten und danach zu handeln. Wohl wissend, dass unsere Antworten immer nur eine Annäherung an ihn sind. Unser Licht wird nie so hell leuchten wie sein Licht. Wir sind Kerzenschein, er aber ist die Sonne.

Deshalb kann ich nicht sagen, was es konkret heisst Licht der Welt zu sein. Aber ich kann über mein Kerzenlicht schreiben. Wie glaube ich Licht in der Coronakrise zu sein? Was heisst es für mich?

Es heisst für mich Respekt vor der Krankheit zu haben, aber keine Angst. Denn ich darf wissen, dass Christus mit mir auch durch das finsterste Tal geht. Als Licht der Welt darf ich diese Zuversicht unter den Menschen strahlen lassen. Ich darf darin bekennen. Jesus ist mein Licht.

Es heisst für mich, dass jetzt, wo der Höhepunkt der Ansteckungswelle überschritten scheint und viele Menschen wieder lockerer mit den Schutzmassnahmen umgehen, ich mich dennoch aus Respekt vor seiner Schöpfung weiter daranhalte. Ich setze meiner Freiheit Grenzen, weil ich in meinem Nächsten Christi Angesicht erblicke. Ich halte fest an der Solidarität und dem Miteinander.

Es heisst für mich auch in der Krise nicht um mich selbst zu kreisen, sondern den Blick weit offen zu halten. Die Menschen, die in Not sind, sollen nicht vergessen gehen. Sie brauchen unsere Hilfe. So denke ich auch in der Krise an die Obdachlosen, an die Sans-Papier, an die Flüchtenden, an die Opfer von Krieg und Gewalt, an die Menschen in den Flüchtlingslagern von Lesbos, an die Menschen in den Favelas von Rio und an die Menschen in Nordkorea. Ich erinnere mich der Not der Welt. Ich setzte mich ein, damit diese Welt ein besserer Ort werden kann.

Es heisst für mich, dass sobald alles überstanden ist, ich nicht einfach wieder so weiterlebe, als ob nichts gewesen wäre. Sondern mir bewusst bin, dass wir bewahrt worden sind. Ich bin dankbar, dass Gott uns beisteht. Ich bin dankbar und möchte diese Dankbarkeit wieder neu leben. Auch sie ist ein Teil meines Lichtseins.

Lichtsein. Es kann noch so viel mehr bedeuten. Es kann für Sie anderes heissen als für mich. Ich hoffe aber, es heisst auch für Sie, es ernsthaft zu sein. Es ist keine leichte Aufgabe. Nur im Vertrauen auf das Licht der Welt kann sie gelingen. Doch wo wir aus dem Zuspruch, Licht der Welt zu sein, leben und uns dem Anspruch stellen, da ist damit eine Verheissung verbunden. Es wird nicht verborgen bleiben, sondern wir leuchten in der Welt.

Gebet

Jesus
Du bist das Licht der Welt.
Auch ich soll Licht sein.
Mach mich zum Spiegel deiner Gnade und Hoffnung.
Lass mich mein Leben in deinem Licht führen.
Wirke an mir.
Wirke durch mich.
Lass dein Licht leuchten.
Amen

Share Button
Dieser Beitrag wurde in Allgemein, Ermutigung in der Krise, Gedanken veröffentlich und mit diesen Tags versehen , , , , , , , . Verweis sezten auf denPermanentlink.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.