Ein täglicher Gedanke in Zeiten des Virus – Tag 33

Und die Befreiten des HERRN werden zurückkehren und nach Zion kommen unter Jubel, und über ihrem Haupt wird ewige Freude sein. Frohlocken und Freude werden bei ihnen sein, Kummer und Seufzen aber werden fliehen. Ich, ich bin es, der euch tröstet.
Jes 51,12

Jetzt ist es soweit. Das Ende des Lockdowns wurde angekündigt. Ein Plan für den Ausstieg aus dem Ausstieg gefasst. Der Bundesrat hat uns über den Weg und seine Stationen informiert. Natürlich nicht ohne den Hinweis zu vergessen, dass wir damit rechnen müssen, dass unterwegs die Route angepasst werden könnte. Wir dürfen nicht zu schnell laufen. Es gilt auch auf dem Weg vorsichtig zu gehen. Social distancing und Masken aller Art werden uns begleiten.

Und doch. Wir dürfen zurück. Wir dürfen heimkehren in unser gewohntes Leben. Wir dürfen uns wieder treffen. Wir dürfen unsere Arbeit und unsere Hobbies wieder aufnehmen. Wir dürfen uns wieder zu Hause in unserem Leben fühlen. Wir dürfen Heim!

Mit dem Kyros-Edikt endete 538 v. Chr.  das Babylonische Exil Israels. Der Persische König Kyros der Grosse hatte das Babylonische Reich besiegt. Er befreite die gefangenen Völker. Ein jedes durfte in sein Stammgebiet zurückkehren. Auch die Judäer kehrten heim in ihre Hauptstadt. Jerusalem war zerstört und nach Jahrzehnten des Exils zerfallen. Das Volk durfte wohl zurückkehren, doch erwartete sie nicht der Alltag. Die Stadt war keine Stadt mehr. Sie war zur Ruine zerfallen.

Israel brach auf. Sie machten sich auf den Heimweg, wie auch wir uns auf den Weg zurück in den Alltag machen. Gewiss, noch sind wir nicht da. Wir sind eben erst aufgebrochen und der Weg zurück in die Normalität ist lang. Wir malen uns bereits auf dem Weg aus, wie es sein wird. Vielleicht ging es dem Volk Israel ähnlich wie uns. Wir stellen uns vor wie wir jubeln und frohlocken werden, wenn alles überstanden ist. Wie der Kummer und die Sorgen hinter uns liegen werden.

Wir kehren zurück. Nicht nach Jerusalem und nicht zum Berg Zion, aber doch in unseren gewohnten Alltag. Gewiss, nach Wochen des Lockdowns wird einiges Staub angesetzt haben. Mitunter haben einige Mauern Risse bekommen und sind einige Dächer eingestürzt. Es wird Zeit und Arbeit brauchen den Alltag wiederherzurichten. Einiges wird schnell gehen. Die Sonntagsschule, der Unterricht, die Gruppentreffen werden wie neu sein. Man muss nur einmal feucht darüberwischen. Das Haus des Gottesdienstes wird vielleicht etwas mehr Arbeit brauchen. Gerade die Feier des Abendmahls wird vielleicht richtig gehend renoviert werden müssen. Noch länger wird es dauern, bis der Rahmen für grosse Feste wieder aufgebaut sein wird.

Ja, in unserem Daheim wird Arbeit auf uns warten wie sie auf das Volk Israel wartete. Es wird viel zu tun geben. Doch es wird fröhliche Arbeit sein. Das Exil des Lockdowns wird vorbei sein. Wir werden frei sein.

Werden wir uns erinnern, wer uns befreit hat? Werden wir dem dankbar sein, der uns tröstet? Werden wir ihn neu in unser Leben einladen?

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