Ein täglicher Gedanke in Zeiten des Virus – Tag 42

 Lass dich vom Bösen nicht besiegen, sondern besiege das Böse durch das Gute.
Röm 12,21

Ich liebe es zu taufen. Vor allem die Taufgespräche finde ich toll. Es ist jedes Mal spannend von den junggebackenen Eltern zu hören, wie sehr die Geburt ihr Leben veränderte. Plötzlich werden andere Dinge wichtig und was bisher sakrosankt war, wird entspannter gesehen. Das Leben ist ein Wunder und vielleicht ist man dem Göttlichen im Alltag nirgends näher, als wenn ein Kind seine ersten Atemzüge macht. So kommen im Gespräch so viele wunderbare Momente zur Sprache.

Ich liebe Taufen aber noch aus einem anderen Grund. Es ist immer wieder ein Erlebnis ein Baby in den Armen halten zu dürfen. Für mich vielleicht noch viel mehr als für andere, da wir keine eigenen Kinder haben. Ich kann es mir also immer nur vorstellen, wie es wäre. Umso schöner, ein Taufkind in den Armen halten zu dürfen.

Babies sind doch einfach ein Wunder! So klein und so schutzbedürftig. Und doch reagieren sie auf die Welt um sich. Lächelt man sie an, lächeln sie zurück. Schaut man sie traurig an, dann ziehen sich auch ihre Gesichtszüge zu einem Ausdruck von Trauer zusammen. Hält man sich die Hände vor die Augen und tut ganz überrascht, wenn man sie wegzieht, dann lacht auch das kleine Kind quietschfidel! Kleinkinder spiegeln die Gefühle, die ihnen entgegengebracht werden, ungefiltert wider. Sie verbergen nichts. Sie nehmen einfach auf, was ihre Eltern ihnen an Gefühlen entgegenbringen.

Dies prägt sie und darum ist es so wichtig, dass Kindern positive und starke Gefühle erleben dürfen. Sie geben ihnen Halt in der Welt. Sie prägen ein erstes Verhaltensmuster: Bring der Welt das entgegen, was du von ihr erhältst.

Es ist zutiefst menschlich auf die Welt so zu reagieren, wie sie einem begegnet. Freundlich zu sein, zu jenen, die einem freundlich entgegentreten. Grosszügig mit jenen zu sein, die an einem selbst grosszügig handeln. Fröhlich zu sein mit den Fröhlichen und zu weinen mit den Trauernden.

Wir sind mitfühlende Wesen. Im Guten, aber auch im Bösen. Wer uns geringschätzt, den schätzen wir gering. Wer frech ist zu uns, zu dem sind wir frech. Wer uns böses will, darf nicht auf unser Mitgefühl hoffen.

Wir wehren uns. Wir setzen Grenzen. Wir weisen den anderen in seine Schranken.

Es ist menschlich. Es ist angeboren. Schon das Baby lacht zurück, wenn man es anlächelt. Es beginnt zu lachen. Wie die kleinen Kinder spiegeln auch wir mit unseren Gefühlen die Welt wider. Wo wir Böses mit Bösem vergelten, folgen wir unserer Natur. Doch wie das Kind mit seinem Zurücklächeln selbst Teil der Freude wird, so werden wir mit unserem Vergelten selbst Teil des Bösen. Das Böse nimmt uns ein. Es besiegt uns. Ein Teufelskreis.

Paulus empfiehlt, den Teufelskreis zu durchbrechen. Er setzt dem Bösen der Welt das Gute Gottes entgegen. Er vergilt nicht und zahlt nicht mit gleicher Münze heim. Er tut Gutes, auch wenn ihm Böses widerfährt. Er gibt die Liebe Gottes weiter, mit der er geliebt wird. So tauft er seine Peiniger, als Gott ihn aus dem Gefängnis befreit. Als das Schiff kentert, das ihn als Gefangenen nach Rom bringen soll, steht er seinen römischen Wächtern bei. Er gibt die Liebe weiter, die er selbst auf dem Weg nach Damaskus erfahren hat.

Gott liebt uns. Wo wir seine Liebe der Welt weiterschenken, da werden wir Teil der göttlichen Liebe. Wir überwinden das Böse. Wir überwinden die Welt mit Gottes Liebe.

In einem Lied von Manfred Schmidt heisst es:
Herr das Licht deiner Liebe leuchtet auf,
strahlt inmitten in der Finsternis für uns auf.
Jesus du Licht der Welt, sende uns dein Licht!
Mach uns frei durch die Wahrheit, die jetzt anbricht!
Sei mein Licht, sei mein Licht!


Jesus, dein Licht füll dies Land mit des Vaters Ehre!
Komm, Heil’ger Geist, setz die Herzen in Brand!
Fließ Gnadenstrom, überflute dies Land mit Liebe,
sende dein Wort, Herr, dein Licht strahle auf!

Und hier zum Mitsingen:

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