Ein täglicher Gedanke in Zeiten des Virus – Tag 51

Dein Wort ist eine Leuchte meinem Fuss und ein Licht auf meinem Pfad.
Ps 119,105

Ich verirrte mich in einer fremden Stadt und schien verloren, doch ich fand neues Vertrauen in Gott. Sein Wort strahlte mir entgegen und führte mich auf den rechten Weg zurück zur Herberge. Was war geschehen?

In einem früheren Beitrag erzählte ich bereits von der Reise unserer Jugendgruppe nach Schweden. Wir erlebten die Natur beim Kanufahren in der Wildnis. Doch neben viel Natur gehörte auch ein wenig Kultur zum Programm. Für einige Tage besuchten wir Stockholm und schliefen in einer Jugendherberge mitten in einem Park auf einer der vielen Inseln. Es war wunderbar! Eine warme Dusche und die Aussicht auf etwas Süsses in einem der Strassenkaffees der Stadt waren nach zehn Tagen in der Natur ein ungeahnter Luxus. Nach dem einfachen Leben auf den Booten und in den Zelten erschien ganz Alltägliches völlig neu.

So genossen wir die Zeit und erkundigten die Stadt. Gemeinsam zogen wir los. Besuchten ein Museum und genossen am Nachmittag beim Kaffee frische Waffeln. Über den Rest des Nachmittags waren wir uns aber uneins. Die einen wollten shoppen, andere baden und ich wollte mich in der Altstadt umsehen, oder vielleicht auch einfach nur ein wenig Zeit für mich haben. Zehn Tage in der Natur bedeuteten auch, dass wir zehn Tage lang ständig beieinander waren. Da kann ein halber Nachmittag für sich allein auch seinen Reiz haben.

So oder so. Ich zog ohne die anderen los. Ein wenig Geld und einen Stadtplan in der Tasche. Es war wunderbar. Allein die Fassaden der Altstadt! Ich fühlte mich um mindestens ein Jahrhundert oder zwei in die Vergangenheit versetzt. Ich bewunderte die alten Segelschiffe, die heute als Museen, Restaurants und Hotels dienen. Ich flanierte und tauchte mit jedem Schritt tiefer in die Stadt ein.

Nach ein oder zwei Stunden hatte ich mich satt gesehen. «Jetzt noch im See bei der Herberge eine Runde schwimmen bevor wir uns zum Abendessen treffen,» dachte ich. Ich nahm die Karte hervor und steuerte zielsicher aus der Altstadt in Richtung Herberge. So dachte ich zumindest.

Doch kaum hatte ich die Altstadt verlassen, stand ich nicht wie erwartet am See. Anstelle vor der Herberge auf der Insel, stand ich in einem ärmlichen Quartiert mit Häusern im Plattenbaustil der 70er Jahre. Um mich herum wurde kaum mehr schwedisch, dafür türkisch, arabisch und hebräisch gesprochen. Ich hatte mich verlaufen. Ich stand mitten in einem Einwandererquartier und verstand kein Wort. Ich war verloren und spürte die Angst in mir aufsteigen. Verirrt und verloren lief ich weiter.

Ich blickte mich um. Suchte nach Hilfe. Doch ich fand keine. Da fiel mein Blick auf eine bunte Infotafel. Ich verstand nicht, was auf dem ausgehängten Plakat stand, aber ich erkannte das Ankerkreuz. Hoffnung stieg in mir auf. Sie verscheuchte die Furcht. Ich betete. Ich betete zu Jesu, dem Wort Gottes, das Fleisch wurde. Steh mir bei. Führe mich.

Mit neuer Zuversicht nahm ich den Stadtplan in die Hand. Ich ging los und stand eine gute Stunde später am See. Die Jugendherberge grüsste mich im Abendlicht. Ich fand meine Gruppe wieder.

Es mag sein, dass ich auch ohne Gebet – oder war es mehr ein tiefer Seufzer vor Gott? – den Weg zurückgefunden hätte. Es mag sein, dass ich einfach besser auf den Plan in meiner Hand hätte achten müssen. Aber ich bin zutiefst davon überzeugt, dass ich damals nicht allein war. Ich spürte, dass einer mit mir ging, der mich auf den rechten Pfad leitete. Seither bin ich bei jedem Städtetrip gewiss, dass ich mich nicht verirre. Denn das Wort Gottes weist mir den Weg. Jesu Licht leuchtet auf allen meinen Pfaden.

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