Ein täglicher Gedanke in Zeiten des Virus – Tag 62

Der HERR ist mein Licht und meine Rettung, vor wem sollte ich mich fürchten?
Der HERR ist meines Lebens Zuflucht, vor wem sollte ich erschrecken?
Ps 27,1

Als ich ein Knabe war, hatte meine kleine Schwester auf Grund eines medizinischen Problems einen schweren Unfall. Sie musste für mehrere Wochen ins Kinderspital. Meine Mutter begleitete sie. Von einem Moment auf den anderen war meine Welt eine andere. Ich durfte zu meiner Grossmutter, die ich innig liebte. Sie erzählte mir Geschichten, bastelte mit mir tolle Sachen und ich durfte mit der antiken Kaffeemühle Kaffeebohnen mahlen. Es war toll!

Doch sollte ich auch bei ihr schlafen und damit hatte ich Mühe. In der Nacht kam das Heimweh über mich. So gern ich bei meiner Grossmutter war, noch lieber wäre ich zu Hause gewesen. Ich fürchtete mich im Dunkeln und ich fühlte mich allein, wenn auch meine Grossmutter ganz nahe war.

Was tat sie gegen meine Angst? Sie liess ein Licht brennen. Das Licht tröstete mich. Ich hatte keine Angst mehr. Aber an Schlaf war auch nicht zu denken. Mit Licht im Zimmer war es zu hell. Bei Licht kann ich nicht schlafen.

Doch auch diesem Problem wusste meine Grossmutter Abhilfe zu schaffen. Sie legte ein Tuch so über die Lampe, dass es genügend Abstand zur Glühbirne hatte und nicht heiss wurde. Das Tuch dimmte das Licht und tauchte das Zimmer in warmes rot-orange. Ich fühlte mich sicher und geborgen und schlief ein.

Licht tröstet mich. Besonders das sanfte Licht einer Kerze. Noch heute zünde ich Kerzen an, wenn ich traurig bin oder wenn mir Sorgen den Schlaf rauben. Ich blicke in die Flamme. Ich bin ganz bei ihrem Licht. Die Sorgen lösen sich auf. Ich werde ruhig. Der Kerzenschein birgt mich in seinem traulichen Lichtschein.

In der Seelennot eine Kerze anzuzünden, ist mir zu einem kleinen Ritual geworden. Es wirkt durch die guten Erfahrungen, die ich mit Licht gemacht habe. Wie es meine Angst vor der Dunkelheit in meiner Kindheit vertrieb und mir das Heimweh nahm, so hilft es mir auch heute.

Ich zünde eine Kerze an. Die Flamme lodert. Ich denke an Gott. Er ist mein Licht. Bei ihm bin ich geborgen. Er nimmt die Angst von mir. Vor wem sollte ich mich fürchten? Seine Liebe strahlt über mir auf. Ich darf mich in sein Licht versenken. Wie die Kerze in der Finsternis einen Raum des Lichts schafft, so schafft seine Gegenwart einen Raum der Geborgenheit. Ich darf zu ihm kommen. Bei ihm finde ich Zuflucht. Mich kann nichts erschrecken!

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