Ein täglicher Gedanke in Zeiten des Virus – Tag 73

Lass mich am Morgen deine Gnade hören, denn auf dich vertraue ich.
Tue mir kund den Weg, den ich gehen soll, denn zu dir erhebe ich meine Seele.
Ps 143,8

Wer spricht solche Worte? Es ist ein König, der vor Gott tritt. Es heisst, David habe dieses Gebet verfasst, dem die abgedruckten Worte entnommen sind. Als König über Israel war er Mittler zwischen dem Volk und Gott. In seiner Person vertritt er das ganze Volk vor Gott. Denn er ist verantwortlich für alle seine Untertanen vor Gott. Er betet für das Volk. Er opfert Gott im Tempel. Er bittet um Gnade.

Als König steht David seinem Volk vor. Er leitet es, indem er es regiert. Die ganze Macht, Gesetze zu erlassen, Krieg und Frieden zu erklären und über die Menschen zu richten, liegt in seiner Hand. Er hat das Sagen.

Ist es Schwäche, wenn er Gott um den rechten Weg bittet? Weiss David nicht was er will? Ich kann es mir nicht denken. Ich meine, er habe seine Pläne und Visionen. Doch will er sie in Gottes Hand legen. Er prüft und sucht nach Gottes Wegen. Gerade weil er als König Gott um Führung bittet, ist er ein starker Herrscher. Indem er nach Gottes Willen sucht erweist er sich als klug und weise.

Es ist das Gebet eines Königs. Als Christinnen und Christen setzt uns Gott in Würde und Macht einem König gleich. Wir sind keines Menschen Untertan. Kein Mensch muss uns vor Gott vertreten. Wir sind ihm selbst verantwortlich. Denn in Jesus Christus öffnet er uns die Türe zu seinem Reich. Er salbt uns in der Taufe zu seinen Kindern und lädt uns im Abendmahl an seinen Tisch ein. Darin zeigt sich seine Gnade. Eine Gnade, die im alten Israel dem König vorbehalten war.

In Jesus sind wir Königskinder vor Gott. Als Königskinder treten wir vor unseren himmlischen Vater. Wie David treten auch wir stellvertretend für unser Volk vor Gott. Wir sollen und dürfen für diese Welt und ihre Menschen beten. Wenn wir Gottesdienst feiern, dann feiern wir für die ganze Schöpfung. Dann ist in den Feiern alles seiende gegenwärtig. In jedem Gottesdienst! Im Festgottesdienst, aber auch in jeder Andacht. Wo wir als Christinnen und Christen Gott feiern, bitten wir um seine Gnade für die ganze Welt und für uns.

In dieser Verantwortung für die Welt, in die Gott uns durch den Glauben setzt, macht er uns frei. Wir haben nicht nur die Verantwortung des Königs, Gott vertraut uns auch seine Macht an. Wir gehen unsere Wege. Ein jeder ist ermächtigt seinen eigenen Weg zu gehen.

David bittet Gott um Führung. Er gibt die Verantwortung damit nicht an Gott zurück. Aber ist bereit auf sein Wort zu hören. Er will seinen Weg mit Gott gehen.

Wir dürfen Gott um sein Wort bitten. Wir dürfen uns von ihm auf dem Weg des Lebens führen lassen. Es ist keine Schwäche. Es nimmt uns nicht unsere königliche Würde, die Gott uns im Glauben zuspricht. Es ist vielmehr unsere Stärke, uns auf sein Wort einzulassen. Er geht mit. Er trägt mit. Er ist bei uns.

«Lass mich am Morgen deine Gnade hören, denn auf dich vertraue ich.

Tue mir kund den Weg, den ich gehen soll, denn zu dir erhebe ich meine Seele.»

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