Fit mit Gott

Werdet stark im Herrn und in der Kraft, die von seiner Stärke ausgeht!
Eph 6,10

Liebe Gemeinde
Liebe Tauffamilie
Liebe Nina

Mit der Taufe haben wir dich in unserer Gemeinde begrüsst. Wir haben dir versprochen, dass wir dich im Leben begleiten möchten. Zusammen mit deiner Familie haben wir dich vor Gott im Leben willkommen geheissen.

Wo etwas neu beginnt, so wie dein Leben, liebe Nina, neu begonnen hat, da gehören zu diesem Neubeginn oft gute Wünsche dazu. Auch wir wünschen dir nur das Beste für dein Leben. Zusammen mit deinen Eltern wünschen wir dir, dass du zu einem starken Menschen heranwachsen darfst. Dass du eine unabhängige junge Frau werden darfst, die weiss, was sie im Leben will und den Mut hat, zu sich und ihrer Meinung zu stehen.

Du darfst und du sollst dir deine Ziele im Leben setzen. Nicht alle wirst du leicht erreichen. Manche werden dich Kraft kosten. Oft sind gerade jene Ziele besonders wertvoll, für die du kämpfen musst. Sie schenken dir wahres Glück und tiefe Befriedigung. Sie sind kostenbar wie ein Schatz. Es lohnt sich, sie zu erreichen.

Damit dir das gelingt, braucht es Voraussetzungen. Du brauchst Kraft und Stärke. Du brauchst Durchhaltevermögen und den Willen an einem gesetzten Ziel dran zu bleiben. Genau wie im Sport!

Im Leben ist es oft ein wenig wie im Sport. Auch im Sport gibt es ein Ziel. Es braucht Kraft und Ausdauer, um es zu erreichen. Wer das Ziel erreicht wird mit einem guten Gefühl belohnt. Man darf stolz sein auf sich und seine Leistungen.

Weil das Leben und der Sport Gemeinsamkeiten haben, kannst du, liebe Nina, von den Sportlerinnen und Sportlern lernen. Als Christinnen und Christen sind wir Athletinnen und Athleten.

Bevor ein Wettkämpfer die Arena betritt oder an der Startlinie steht, geht er ins Fitnesscenter und auf den Trainingsplatz. Er trainiert hart. Er baut seine Muskeln auf, damit sie mit voller Kraft ihre Leistung bringen können. Er stärkt das Herz-Kreislauf-System, damit er viel Ausdauer hat. Er schärft seinen Sinn und seine Reaktionen um auf alles vorbereitet zu sein, was während dem Rennen passieren kann.

Oft sind diese Trainingsplätze und Übungsplätze nicht gerade attraktiv. Es schmeckt nach Schweiss und ab und an ist auch die Farbe ab. Viele dieser Center sind ein wenig in die Jahre gekommen und etwas altbacken. Das Training in ihnen ist nicht gerade cool. Ehrlich gesagt, trainieren an und für sich ist häufig recht langweilig. Immer wieder die gleiche Übung. Immer wieder diese Wiederholungen. Immer wieder diese Suche nach Motivation. Man macht Fortschritte, aber man sieht sie oft nicht.

Erst im Wettkampf; erst wenn es ernst gilt; erst wenn es darauf ankommt, wird der Lohn der Arbeit im Kraftraum und der Turnhalle für den Sportler spürbar. Erst jetzt merkt er, es hat sich gelohnt. Ich kann mich auf meine Kraft und meine Ausdauer verlassen. Meine Muskeln und mein Körper sind gut vorbereitet!

Du wirst vielleicht keine Sportlerin werden, liebe Nina, aber auch du darfst trainieren. Nicht nur die Muskeln und den Körper. Nicht nur Kraft und Ausdauer. Auch den Geist und die Seele! Wo der Geist und die Seele trainiert werden, dort können sie wachsen in der Kraft der Hoffnung und der Ausdauer des Vertrauens. Wo du Körper und Seele trainierst, da wirst du als ganzer Mensch stark und widerstandsfähig!

Wie der Körper einen Ort zum Training braucht, so gibt es auch Orte, wo du die Seele trainieren kannst. Die Kirchen und der Gottesdienst sind solche Orte. In der Auseinandersetzung mit dem göttlichen Geheimnis und dem Wunder seines Wortes wird die Seele stark. Wie der Muskel das Gewicht der Hantel und den Widerstand des Gerätes braucht, um zu wachsen, so braucht auch der Glaube die Auseinandersetzung mit der Kraft Gottes.

Kirchen und Gottesdienste sind darum so etwas wie die Fitnesscenter und die Krafträume Gottes. Manchmal etwas langweilig und altbacken. Hie und da bröckelt auch bei uns der Putz, doch es lohnt sich dabei zu sein. Auch wenn man das Ergebnis nicht sofort sieht, wächst doch die Kraft der Seele.

Erst in der Herausforderung des Lebens bewährt sich das Training, wie die Kraft und die Ausdauer des Sportlers erst im Wettkampf sichtbar werden. Mit der Kraft des Vertrauens und der Hoffnung wirst du die Hindernisse überwinden, die zwischen dir und deinen Zielen stehen. Sie werden dir helfen neue Wege zu finden, wo die alten nicht zum Ziel führen. Sie werden das Verlangen und die Sehnsucht in dir wachhalten bis sie sich erfüllen. Du wirst das Ziel erreichen.

Doch der Weg zum Ziel ist lang. Das Leben ist kein Sprint, sondern ein Marathon. Da ist es gut, dass der Läufer nicht alleine läuft. Es gibt die Fans am Strassenrand, die ihn anfeuern. Es gibt Mitläuferinnen und Mitläufer, die dich herausfordern. Es gibt Helferinnen und Helfer, die im Hintergrund den Lauf begleiten und dafür sorgen, dass sich der Läufer ganz auf das Rennen konzentrieren kann.

Liebe Nina, auch auf deinem Weg wirst du Fans am Strassenrand begegnen. Es sind Menschen, welche dich toll finden und dich anfeuern. Sie geben dir Motivation und einen Energieschub. Eine kurze Begegnung. Ein freundliches Lächeln. Ein ermutigender Zuruf.

Es sind Augenblicke vom kleinen Glück. Ein Regenbogen. Eine wunderbare Blume. Ein kleines Wunder.

Sie meinen es gut mit dir. Sie geben dir Kraft. Doch bleiben sie am Streckenrand. So überraschend sie auftauchen, so schnell hast du sie hinter dir gelassen.

Es ist darum gut, dass es nicht nur Fans gibt. Auch bei deinem Streben nach deinen Zielen wirst du auf Mitläuferinnen und Mitläufer treffen. Du wirst dich mit Konkurrentinnen und Konkurrenten auseinandersetzen.

Ich wünsche dir von Herzen, dass du von der schlimmsten Sorte, den Egoistinnen und Egoisten in deinem Leben verschont bleibst. Sie laufen nicht mit dir, sondern gegen dich. Sie schwächen dich und nehmen dir die Kraft. Es sind keine guten Konkurrenten.

Zum Glück sind sie in der Minderheit. Du wirst viele gute Konkurrentinnen und Konkurrenten finden. Sie sind zahlreich. Sie fordern dich heraus, doch sie tun es im Guten. Ihr werdet an einander wachsen. Es wird freundschaftliche Konkurrenz sein. Ein Gegeneinander im Miteinander, das aus euch beiden das Beste herausholt!

Oft sind es gerade die grössten Konkurrentinnen und Konkurrenten, die im Leben zu den besten Freunden werden. Menschen, die dich echt weiterbringen. Lass dich nicht von ihnen schrecken. Lerne sie kennen. Laufe mit ihnen.

Wenn ihr dann noch gute Helferinnen und Helfer im Hintergrund habt, kann nichts mehr schief gehen. Solche Helferinnen und Helfer sind Coaches und spirituelle Führerinnen und Führer. Sie nehmen an deinem Leben teil, ohne mit dir zu konkurrenzieren. Sie nehmen dich wahr und sind ehrlich mit dir. Das ist nicht immer schön. Wo sie es aber mit viel Liebe tun, da wird dich ihre wohlwollende Kritik aufbauen und nicht zerstören. Sie werden dir helfen, dein Ziel zu erreichen und dir den Weg doch nicht abnehmen. Sie werden dich unterstützen und dir helfen dein Leben so zu leben, wie du es möchtest.

Deine Mami und dein Papi wollen dir solche Coaches sein. Deine Gotte und dein Götti wollen dir in Wahrhaftigkeit begegnen und ehrlich mit dir sein. Auch auf uns, deine Kirchgemeinde, darfst du dich darin verlassen. Wir wollen das Gute für dich. Wir wollen dir helfen auf dem langen Lauf des Lebens.

Der Lauf ist lang. Du brauchst dazu ein gutes Training und Menschen, welche dich begleiten. Heute haben dir viele Menschen ihre Begleitung versprochen.

Der Läufer läuft gut trainiert los. Er wird unterstützt von den Menschen an der Strecke. Doch auf dem langen Lauf muss er sich auch immer wieder stärken und mit frischer Energie versorgen können.

Der Körper braucht das Brot und die Seele ihre geistige Nahrung. Es braucht frische Energie.

Gott will dir diese Energie und Kraft geben. Gerade, wo dir der Weg zu lang wird und dir deine Ziele unerreichbar scheinen, will er dir nahe sein. Er, der dich von Anfang an geliebt hat, will nur das Beste für dich.

Du musst den Lauf nicht aus eigener Kraft vollenden. Gott will dir dazu seine Kraft geben. Er will dich stärken und dir helfen.

Das ist sein Versprechen, das er dir gibt. In Jesus Christus darfst du stark werden. In seiner Lebensenergie darfst du leben. Er gibt dir Kraft.
Amen

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