Gott findet dich toll!

Der Herr, dein Gott, ist in deiner Mitte, er ist ein starker Held, der Rettung bringt. Er freut sich sehr über dich und geht in seiner Liebe über deine Fehler hinweg. Er jubelt über dich voller Begeisterung.
Zef 3,17

Liebe Malia
Liebe Tauffamilie
Liebe Gemeinde

Wir haben ein Kind getauft! Das erste Mal seit einem Dreivierteljahr. Es war eine besondere Taufe. Nicht nur wegen dem langen Abstand zur Letzten. Denn jede Taufe ist ein besonderes Geschehen. Mit der Taufe bist du, liebe Malia, symbolisch hineingetaucht worden in die Gnade Gottes. Dir ist damit gesagt worden, du gehörst zu Gott! Er sagt ja zu dir. Gott findet dich toll. Er findet dich super!

Weil Gott dich und alle Kinder super toll findet, sollen wir wissen: «Dieses Kind ist ein Geschenk Gottes. Jedes Kind ist ein Geschenk Gottes!»

Ein Geschenk, das in unsere Arme gelegt worden ist. Wir sollen unsere Kinder gernhaben. Wir sollen sie hegen und pflegen. Aber, wir sollen sie auch auf dem Weg in die Selbständigkeit begleiten. Wir sollen uns darauf vorbereiten, unsere Kinder eines Tages loszulassen. Wir sollen dies von Anfang an wissen: Unser Kind ist nicht unser Besitz. Es ist uns anvertraut. Es hat oberste Priorität, wenn wir ihm auch nicht jeden Wunsch erfüllen.

Wir sollen zuerst an unsere Kinder denken, dann an uns selbst. Denn Gott findet unsere Kinder toll. Er hat sie gern und will, dass auch wir sie lieben. Wir sollen sie gernhaben!

Wir sollen! Ganz schön viel «sollen»! Wer soll, der kann auch anders. Es kann auch misslingen. Kinder zu haben ist nicht nur ein Geschenk. Es ist auch eine Herausforderung. Eine Herausforderung mit der Möglichkeit zu scheitern. Unseren Kindern nicht gerecht zu werden. Es ist eine Aufgabe, die auch Angst machen kann.

Es ist darum gut, dass ihr liebe Aline, lieber Daniel, nicht alleine mit dieser Aufgabe seid. Gotte und Götti von Malia haben euch versprochen, dass sie euch unterstützen. Die ganze Familie begleitet euch. Gemeinsam werdet ihr für Malia sorgen.

Und noch eine Unterstützung ist euch versprochen. Eine himmlische Hilfe, sozusagen. Gott selbst verspricht euch für Malia da zu sein. Er will auch euch unterstützen. Als starker Held und Retter ist er unter euch. Auch dort, wo ihr ihn nicht erkennt, ist er nicht fern. Er verspricht euch, Malia auf jenen Wegen zu begleiten, auf denen ihr sie nicht begleiten könnt. Wenn ihr sie dereinst loslassen müsst, verlässt er sie nicht. Ihr dürft sie getrost seiner Liebe und Gnade überlassen, wo Malia ihre eigenen Wege gehen wird.

Doch noch ist es nicht so weit. Die Aufgabe ein Kind beim Erwachsenwerden zu begleiten ist gross. Doch es ist gewiss die schönste Aufgabe, die Gott uns Menschen anvertrauen kann!

Liebe Malia

Du hast gute Eltern und du brauchst sie.

Du bist noch klein. Im Übergang vom Baby zum Kind. Du bist auf Schutz angewiesen. Nicht nur in der Corona-Zeit. Als Baby warst du völlig von deiner Mami abhängig. Ohne Ihre Liebe und Zuneigung wäre dein Leben bedroht gewesen. Sie hat dich an ihrem Körper gewärmt und dich an ihrer Brust genährt. Sie trägt dich, wenn deine Beine dich nicht mehr tragen, und schenkt dir ihre ganze Aufmerksamkeit.

Malia, du bist schon ein ganzes Stück gewachsen. Du hast auch deine Papa-Tage. Bei ihm ist es bestimmt anders als beim Mami. Doch auch dein Papa schützt dich. Er ist für dich da. Er hat dich genauso gern, wie deine Mutter. Beide tragen dich im Herzen.

Als Babys brauchen wir den Schutz unserer Eltern. In dieser Lebensphase sind wir vollkommen abhängig. Wir können uns nicht selbst versorgen. Wir können unseren Durst nicht selbst stillen. Wir können unseren Hunger nicht selbst mindern. Wir können uns nicht selbst wärmen, wenn wir frieren oder uns Abkühlung verschaffen, wenn wir schwitzen. Nicht einmal um unsere Notdurft können wir uns selbst kümmern. Alles, was wir als Babys können, ist schreien und weinen. Wir rufen und hoffen, dass wir gehört werden.

Du Malia wirst gehört. Dein Rufen wird erhört. Deine Eltern kümmern sich um dich und sorgen dafür, dass es dir an nichts fehlt. Sie tun es nicht allein. Auch deine Grosseltern, deine Gotte und dein Götti und die ganze Familie sind für dich da. Sie sind erste Heldinnen und Helden deiner Welt. Sie geben dir Halt und Schutz. Du darfst immer auf sie vertrauen.

Auf dem Boden dieses Vertrauens darfst du deine Welt entdecken. Noch ist sie recht klein. Dein Zimmer, die Stube, der Garten. Du seist aktiv und neugierig auf die Welt, habe ich gehört. Blumen mit ihren Farben haben es dir besonders angetan. Gern hilfst du im Garten mit.

Deine Hilfe ist willkommen! Selbst wenn es im Moment wohl so ist, dass es mit deiner Hilfe noch nicht schneller geht. Aber das ist egal. Wir würden es dir niemals sagen. Denn wir alle freuen uns, dass du da bist. Wir freuen uns, dass es dich gibt!

Am grössten ist die Freude deiner Eltern. Sie freuen sich sehr über dich. Sie wollen mit dir die Welt entdecken.

Malia, du wirst wachsen und mit dir wird deine Welt grösser. Es gibt vieles zu entdecken. Es gibt vieles zu tun. Du wirst Beziehungen aufbauen. Du wirst neue Menschen kennenlernen. Du wirst vieles richtig machen.

Doch es wird dir wohl nicht alles gelingen, wie auch mir und dieser Gemeinde von Erwachsenen nicht immer alles gelingt.

Wo wir Menschen handeln, wo wir Entscheidungen treffen und wo wir Beziehungen eingehen und leben, da passieren Fehler. Wir werden schuldig aneinander. Wir werden enttäuscht und enttäuschen unsere Nächsten und uns selbst. Wir treffen schlechte Entscheidungen.

Nicht alle Fehler sind gleich. Es gibt grosse und kleine Fehler. Es gibt Fehler, die wir sofort bemerken. Es gibt Fehler, die wir erst nach langer Zeit erkennen. Es gibt Fehler, die wir nie erkennen. Es gibt Fehler, die wir verstehen und solche, die uns selbst ein Rätsel bleiben.

In der Schule wirst du lernen, dass Fehler zu machen etwas Schlechtes sei. Zumindest zu meiner Zeit war das so. Die roten Korrekturen im Diktatheft haben mich jeweils hart und oft getroffen. Viel rot liess schon beim Lesen erahnen, die Note am Ende wird nicht gut sein.

Fehler, so lehrte es mich die Schule, sind schlimm. Man muss sich dafür schämen. Wer Fehler macht, ist kein guter Schüler und wird wohl auch kein guter Mensch sein.

Erst viel später habe ich begriffen, dass Fehler auch etwas Gutes haben. Man kann aus Fehlern lernen! Man kann sie korrigieren. Ein schlechter Schüler kann ein wunderbarer Mensch sein.

Vielleicht – und das wünsche ich dir von Herzen – hat sich in der Zwischenzeit der Umgang mit Fehlern in der Schule verändert. Vielleicht hat auch die Schule verstanden, dass Fehler sein dürfen. Du darfst Fehler machen. Du darfst aus ihnen lernen.

Nicht umsonst gehört zum Bleistift der Gummi mit dazu. Man kann Fehler korrigieren und sogar als Legastheniker Freude an Sprache entwickeln.

Doch nicht alle Fehler lassen sich so leicht ausradieren. Ich fürchte, auch diese Erfahrung gehört zum Menschsein dazu.

Eine Ausbildung, die einem nicht glücklich macht; eine Stelle, bei der man sich ärgert sie angenommen zu haben oder eine Freundschaft, die einem mehr Sorge, Verdruss und Enttäuschung als Hoffnung schenkt, sind Fehler, die sich nicht leicht korrigieren lassen. Wir Menschen können schlechte Optionen wählen. Wir können den falschen Weg gehen. Wir können auf die schiefe Bahn geraten.

Vielleicht wirst du auf deinem Lebensweg davon nicht verschont, so sehr ich es dir wünsche. Doch ich bin sicher, liebe Malia, auch wenn du Fehler machst, werden dich deine Eltern gernhaben. Du wirst nie aus ihrer Liebe fallen. Sie werden sich Sorgen, ja. Doch sie werden dich trotzdem gernhaben.

Trotz allem gernhaben – Das ist das Versprechen, das Gott uns Menschen gibt. Wir sind seine geliebten Kinder. Er findet uns super toll! Er hat uns gern, ob wir es wollen oder nicht. Er ist bei uns, auch wenn wir ihn nicht erkennen. Seine Liebe übergeht unsere Fehler. Er nimmt auf sich, was uns von ihm trennt. Er durchbricht sogar die Mauern, die wir zwischen uns und ihm errichten.

Gott jubelt über dich. Er ist voller Begeisterung. Er findet dich einfach supermegalässig! Seine Liebe übergeht deine Fehler. Seine Liebe führt dich auf den Weg des Lebens. Seine Liebe schafft Versöhnung. Denn er ist ein starker Held. Er kommt uns entgegen und bringt Rettung.
Amen

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