Ein täglicher Gedanke in Zeiten des Virus – Tag 40

So soll euer Licht leuchten vor den Menschen, damit sie eure guten Taten sehen und euren Vater im Himmel preisen.
Mt 5,16

Es gibt Menschen, die stehen gerne im Rampenlicht. Sie zeigen ihre Talente und Fähigkeiten. Sie erzählen ihre Geschichte als Erfolgsgeschichte. Sie sind stolz auf das, was sie erreicht haben. Sie waren die Ersten. Sie waren die Ersten auf dem Berg. Die Ersten, die den Fluss überquerten. Die Ersten auf dem Markt. Ihre Ideen und Taten machten sie berühmt und liessen sich zu Geld machen. Sie schrieben Bücher über ihre Erlebnisse und wurden vor TV-Kameras interviewt. Sie genossen die Bewunderung der Menschen und inspirierten sie. Mancher wurde durch ihre Taten zu eigenen Projekten motiviert.

Doch nicht jeder ist wie sie.

Es gibt Menschen, die stehen nicht gerne im Rampenlicht. Sie pflegen ihre Talente und Fähigkeiten im Verborgenen. Sie erzählen nicht von Erfolgen und klagen nicht über ihr Scheitern. Sie arbeiten beharrlich und ohne sich vom Erreichten ablenken zu lassen. Sie waren vielleicht nicht die Ersten. Sie waren nicht als erste auf dem Berg, doch sie versetzten Berge. Sie waren vielleicht nicht die Ersten, die den Fluss überquerten, doch sie bauten Brücken. Sie waren vielleicht nicht die Ersten auf dem Markt, doch sie veränderten die Märkte nachhaltig. Sie wurden nicht reich. Ihr Leben veränderte sich nicht, doch sie veränderten das Leben vieler.

Sie gaben keine Interviews und duckten sich scheu vor jeder Kamera. Oft dauerte es Jahrzehnte oder Jahrhunderte bis Bücher über sie geschrieben wurden. Sie taten grosses, doch niemand bewunderte sie zu ihrer Zeit. Sie hätten ihre Geschichte zu Geld machen können, doch lebten sie oft im Verborgenen. Sie sind unbesungene Heldinnen und Helden.

Oft lebten sie in grossen Krisenzeiten. Sie erlebten die Not ihrer Mitmenschen und halfen, ohne an sich selbst zu denken. Als Fluchthelferinnen im Krieg, als Sanitäterinnen bei Umweltkatastrophen oder als Aktivistinnen in der Flüchtlingsnot taten sie ihren Dienst. Überdurchschnittlich viele von ihnen sind Frauen. Die Mehrzahl von ihnen gehörten selbst unterdrückten Gruppen an. Viele handelten auf Grund ihres Glaubens, nicht nur des christlichen.

Sie wirkten im Verborgenen, doch ihre Taten leuchten noch heute vor den Menschen. Sie brachten göttliches Licht in die Welt. Zumindest in die Welt jener Menschen, um die sie sich sorgten.

Es braucht nicht viel eine solche unbesungene Heldin oder ein solch unbesungener Held zu werden. Viele sind es, ohne sich selbst so zu sehen. Auch unter uns. Sie weisen durch ihr Handeln still auf Gott hin.

Im babylonischen Talmud (Traktat Sanhedrin 37a) heisst es: «Wer auch immer ein einziges Leben rettet, der ist, als ob er die ganze Welt gerettet hätte».

Du musst dich nicht ins Rampenlicht stellen. Du darfst still und heimlich Gutes tun. Es wird nicht verborgen bleiben. Dein Licht leuchtet in der Welt.

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